Geboren am 14. April 1951 in Halle, Deutschland.
Werk
In seinen aufgewühlten Kompositionen überlagern sich Linien und Farben und verdichten sich zu figürlich wahrnehmbaren Szenen. Als figurativer Informeller oder informeller Figurenmaler stellt er gewissermaßen die Leistungsfähigkeit des Mediums unter Beweis. Ihn interessiert es, wie viel Abstraktion ein realistisches Bild verträgt und umgekehrt, wie weniger Linien es bedarf, um ein zweidimensionales Artefakt plastisch wirken zu lassen. Die dialogische Situation, in der sich die Protagonisten
…> weiterlesen
Geboren am 14. April 1951 in Halle, Deutschland.
Werk
In seinen aufgewühlten Kompositionen überlagern sich Linien und Farben und verdichten sich zu figürlich wahrnehmbaren Szenen. Als figurativer Informeller oder informeller Figurenmaler stellt er gewissermaßen die Leistungsfähigkeit des Mediums unter Beweis. Ihn interessiert es, wie viel Abstraktion ein realistisches Bild verträgt und umgekehrt, wie weniger Linien es bedarf, um ein zweidimensionales Artefakt plastisch wirken zu lassen. Die dialogische Situation, in der sich die Protagonisten auf den Bildern Deparades gegenüberstehen, kann als Metapher für den Dialog der Stile und Techniken aufgefasst werden. Keinesfalls gibt es jedoch nur friedliche Koexistenz. Dass sich oft Mann und Frau in einer erotisch aufgeladenen Stimmung begegnen, geschieht nicht von ungefähr: Es herrscht nicht nur ein fortwährender Kampf zwischen den Geschlechtern, sondern auch ein solcher zwischen Figur und Grund, zwischen Kontur und Fläche in diesen Bildern.
Nicht das gleichberechtigte Nebeneinander macht das Wesen von Deparades Kunst aus, vielmehr der nie reibungslos verlaufende, eher schmerzliche Wechsel von einem Zustand zu einem anderen. Alles in dieser Malerei zielt auf die Vermeidung von Statik. Nichts scheint still zu stehen, alles in Bewegung zu sein. Die Figuren durchdringen sich, verschmelzen miteinander und mit der Malfläche, um sich wieder zu lösen und ein Eigenleben zu führen.
Die Werktitel, die Deparade gern der griechischen Mythologie entlehnt, gemahnen an die oft verdrängten Schattenseiten unserer abendländischen Kultur. Indem sie eine Projektionsfläche für kollektiv wie individuell verdrängte Obsessionen abgeben, dienen sie einer Erweiterung des Interpretationsspielraumes.
Dr. Harald Tesan, Nürnberg 2010
Zum Autor:
Dr. Harald Tesan, Nürnberg; Kunsthistoriker, Kurator und Dozent an der Universität Passau
Ausstellungen (eine Auswahl)
2005 Berlin, Galerie Nering und Stern (K)
2005 Salzburg, Galerie Weilinger (K)
2006 Magdeburg, Galerie Himmelreich /Kunstverein Magdeburg
2007 München, Otto- Galerie
2007 Zürich, Galerie See 301- Pius Müller
2008 Wien, Galerie Lehner
2008 Berlin, Art Center Berlin Friedrichstrasse
2009 Zürich, Art Seefeld- Pius Müller
2009 Basel, Leonard Ruethmueller Contemporary Art Basel
2011 Wien, „ Metamorphosen“, Galerie Lehner und Novomatic Forum
2011 Coburg, Kunstverein
2016 Wien, Galerie Lehner
2016 Berlin, Artfein Gallery
2019 Wien, Galerie Lehner
Neben seinen zahlreichen Einzelausstellungen war der Künstler seit 1978 bis heute jährlich an über 70 nationalen sowie internationalen Ausstellungen beteiligt.
Leben
1972 – 77 Studium an der Hochschule für Kunst und Design Halle
„Burg Giebichenstein“ im Fachbereich Malerei und Grafik
ab 1977 Hochschuldiplom für Malerei an der HfKD Halle (universitärer Abschluss)
Atelier für Malerei und Grafik in Halle, seitdem Ausstellungen
Mitglied im Verband Bildender Künstler und im Bund Bildender Künstler,
zeitweise Mitarbeit in Fachgremien des VBK
1977 – 78 Assistent von Prof. H.H. Wagner im Studiengang Malerei an der HfKD Halle
1980 – 82 Aspirantur an der HfKD Halle im FB Malerei und Grafik
1983 – 85 Meisterschüler der Akademie der Künste bei Willi Sitte
1984 Preis für Malerei der Ausstellung „Junge Kunst“ im Alten Museum Berlin
1988 Antrag auf ständige Ausreise aus der DDR
1989-91 Wohnsitz in Oberhausen/ Vayhingen an der Enz bei Stuttgart
1991/92 Oberassistent an der Hochschule für Kunst und Design in Halle „Burg Giebichenstein“
seit 1992 Professor für Zeichnen und Malen bzw. Grundlagen elementarer Gestaltung an der HTW Dresden
seit 1995 Atelier für Malerei und Grafik in Dresden
seither ca. 90 Ausstellungsbeteiligungen und ca. 60 Einzelausstellungen in Deutschland,
Österreich, Italien, Schweiz und USA, 11 Beteiligungen an internationalen Kunstmessen
Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen in Deutschland, Österreich, Schweiz, USA, Italien und Belgien
Ausführungen verschiedener künstlerischer Aufträge; unter anderem in 2004 – Auftrag durch den Internationalen Währungsfond in Washington „Porträt Prof. Dr. Horst Köhler“ (Bundespräsident)
Publikationen
Rainer Beck, Henri Deparade. Malerei, Husum-Verlag der Kunst, Dresden, 2012.
Galerie Lehner (Hrsg.), Henri Deperade. Metamorphosen, Wien, 2008.
Deperade, Henri (Hrsg.), Hammer, Klaus/ Kühne, Andreas/ Koch, Ingried, Deperade, 2005.
Galerie Weilinger (Hrsg.), Henri Deparade, 2002.